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12. Störfaktor Festival: Knapp 400km für Nichts?

Am vergangenen Wochenende fand in Zwickau das inzwischen 12. Störfaktor Festival statt. Das Non-Profit DIY (Do It Yourself) Festival wird allein durch ehrenamtlich helfende Hände gestemmt und befindet sich seit 2012 auf dem Flugplatz Zwickau.

Auf zwei Bühnen spielen dort steitdem zahlreiche internationale und lokale Bands und Künstler:innen querbeet aus sämtlichen Punkrock-Genres. Seit 2018 bietet das Störfaktor-Festival zudem auch politische Bildung in Form von Vorträgen, Filmen oder Diskussionsrunden an.

Kein Platz für Fremdenhass, Homophobie oder Sexismus!

So befanden sich auch an diesem Wochenende zahlreiche Infostände von den verschiedensten Organisationen, wie zum Beispiel von Sea-Watch e.V. oder RAA Sachsen e.V. Das Projekt „Support“ des RAA Sachsen e.V. unterstützt zum Beispiel Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt, deren Angehörige und Zeug:innen.  

Knapp 400km für Nichts!

Ich durfte das Festival dank der Düsseldorfer Band „Nichts“ kennen und lieben lernen. Sie fragten mich bereits vor einer ganzen Weile, ob ich nicht vielleicht Lust hätte auf dem Störfaktor Festival „laut zu knipsen“. Eine Einladung, die ich einfach nicht ablehnen konnte. Besten Dank dafür!

Nichts, spontanes Bild im Backstage-Pavillon

Zugegeben, ich mag jetzt nicht unbedingt als lupenreiner Punk durchgehen, doch mag ich die Szene irgendwie. Ich erinnere mich beispielsweise noch immer gerne an sämtliche Gigs mit der ältesten Punkrock-Band aus Hamburg-Harburg „Blanker Hohn“. Offen für Neues machte ich mich also für die Band „Nichts“ auf den Weg und lernte erneut viele tolle Menschen kennen, die mit viel Herzblut musizieren oder zu dem kunterbunten Störfaktor Festival beigetragen haben.

Waren die knapp 400km also wirklich für Nichts? Mitnichten, denn dort gab es jede Menge zu sehen.

12. Störfaktor Festival mit:

Folgende Bands waren am Samstag live auf den Bühnen zu sehen: Los Barricos, Johnny an the Rotten, Lifecrusher, Pogendroblem, The Feelgood MC Louds, Jodie Faster, Absturtz, Toxoplasma, Missbrauch, COR, NICHTS und die Dorks

Los Barricos

Los Barricos, das ist eine vierköpfige Band, bestehend aus zwei Gitarren, Bass und Drums, die hauptsächlich instrumentale Tracks mit Akustik & E-Gitarre kreieren. Was als Jam Session Projekt im Jahr 2004 startete entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer unverkennbaren „Rocking Rumba Band“.

Los Barricos, cooler hätte man den Festival-Samstag nicht starten können.

Mir ist besonders der Track „Sambastruck“, eine Hommage an dem AC/DC Hit „Thunderstruck“, im Ohr geblieben. Für eure Vorstellungskraft, nehmt die Melodie von Thunderstruck, packt euch eine spanische Akustik-Gitarre ins Gehör und schüttelt es mit einer Prise Rumba & Punk. Et voila, das ist Sambastruck! Einfach genial! 

Johnny and the Rotten live beim 12. Störfaktor Festival

Johnny and the Rotten 

Durchgeknallte Fuzzy/Garage/Psycho-Punkmusik aus Linz die seines gleichen sucht, das kann nur Johnny and the Rotten sein. Auf ihrer Bandcamp-Seite heißt es: Man stelle sich vor, die Beach Boys hätten seltsamen, schmutzigen, verschwitzten Sex mit Sonic Youth, und ihr Baby entpuppt sich als wütender Punk, der sich einen Dreck um die Gebote und Verbote kümmert.  

Lifecrusher aus der Schweiz live auf der Zeltbühne

Lifecrusher

Sportlicher Hardcore Punk aus der Schweiz, so würde ich Lifecrusher kurz und schlicht beschreiben. Ich habe zuvor wirklich noch keine andere Band erlebt, die so viel durch die Luft gesprungen ist, wie Lifecrusher. 

Pogendroblem, motivierte zum Regentanz

Pogendroblem

Stimmungsvoller „Do It Yourself Punkrock“ aus Bergisch Gladbach. Kurz nachdem Pogendroblem das Publikum einheizte, gab es dank Wolkenbruch eine ordentliche Abkühlung.   

The Feelgood MC Louds

Sechs Jungs die Spaß am Trinken, Feiern und Musizieren haben, das sind die Feelgood MC Louds aus dem Saarland.

The Feelgood Mc Louis, dank Wolkenbruch auch auf der Zeltbühne ein Highlight

Wer die Dropkick Murphys kennt, schüttet noch ein Glas Punkrock dazu, gönnt sich ein Wodka-Energie und kommt langsam auf das Feelgood MC Loud Level. Punkrock trifft Irish-Folk, genau mein Ding und eine sehr sympathische Truppe. 

Jodie Faster, da ging selbst die Sonne wieder auf.

Jodie Faster

Schnelle, kurze Songs aus „brookLille“ Frankreich, das klingt nach Jodie Faster. Für ihren „Fast-Hardcore-Punk“ ließ sich selbst die Sonne wieder auf dem Störfaktor Festival blicken. Grandiose Show! 

Absturtz

Absturtz ist eine Punkband aus Warwerort. Die Band spielt harten deutschsprachigen Punk mit Elementen aus dem Metal mit politisch bezogenen Texten. Musikalisch erinnert die Band sehr stark an die Rostocker Band Dritte Wahl.

Absturtz live auf der Zeltbühne

Toxoplasma

Toxoplasma ist eine deutsche Punk-Band aus Neuwied. Der Bandname leitet sich ab von der Infektionskrankheit Toxoplasmose, an der der Sänger Wally in den späten 1970er Jahren erkrankt war. 

Missbrauch

Missbrauch, das ist energiegeladner Punkrock aus Karlsfeld. An dieser Stelle darf ich mich nochmal bei dem Security bedanken, der mich und meine Kamera sicher aus dem Mosh-Pit gezogen hat. Die Jungs hatten es echt raus die Meute in Bewegung zu setzen.

Missbrauch live auf der Zeltbühne

COR

COR ist eine deutsche Hardcore-Band von der Insel Rügen. Musikalisch kombiniert die Band Hardcore mit starken Thrash-Metal-Elementen. COR war für mich ganz großes Kino und sicherlich ein Highlight auf dem Störfaktor Festival in Zwickau. Inklusive starken Statements, denn für COR ist Rock ’n’ Roll mehr als dicke Eier, Show und Rockstar sein.

COR, Friedemann Hinz am Mic

COR gibt dem Mainstream ein Kontra, ist politisch engagiert und dem DIY Gedanken zugetan. Sehr geil!

NICHTS

Wegbereiter der Neuen Deutschen Welle, benannt nach einer Flasche Kornbrand eroberte Nichts bereits 1980 zahlreiche (Punk-)Herzen und landete sogar in der BRAVO. Seit 2009 startet die Düsseldorfer Band rund um Gründungsmitglied Michael Clauss ordentlich durch.

Neue Stimme, neuer Song. Nichts ist mehr, wie es mal war!

Am Samstag präsentierten Nichts mit Sängerin Nina nicht nur eine neue Stimme am Mikrofon, sondern auch den brandneuen Song „Mauern, Masken & Maschinen“. Fans der Kultband dürfen sich also auf einiges gefasst machen! Nichts ist mehr, wie es mal war!

Die Dorks

Zum Abschluss des Festivals sorgten die Dorks nochmal für gute Stimmung im Partyzelt. Die Dorks aus Marktl am Inn verbinden die Musikalität und Aggression des Metal mit der grundsätzlichen Punk-Attitüde.

Das 12. Störfaktor Festival in Bildern

 

Viele weitere Bilder findet ihr wahrscheinlich demnächst auf den Social-Media-Kanälen der Bands oder aber auch auf meinem Instagram oder Facebook-Profil @lautgeknipst. Sollte Euch mein kleines Hobbyprojekt gefallen, freue ich mich natürlich auch über jede Art von Support in der Hoffnung zukünftig weitere Events mit meiner Kamera besuchen zu dürfen. Vielen Dank!

Nichts los? Von wegen. DANKE, ihr seid die Schönsten!

Besten und besonderen Dank auch an Nichts (inkl. Tobias), Tony Fischer, Hoiss und an das restliche Störfaktor Team für ein persönliches Highlight in diesem Jahr. Danke.

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