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Ein Abend, drei Bands: Pommes, Lärm und pure Therapie beim 13. Berkel Brawl

Kennst du dieses seltene Gefühl, auf ein Konzert zu gehen und unvermittelt in einem riesigen, kollektiven Wohnzimmer zu stehen, umgeben von Menschen, die genau wissen, wie sich dieser manchmal völlig durchgedrehte Alltag anfühlt?

Genau dieses Gefühl durchzog den „XIII. Berkel Brawl“. Der „Brawl Concerts e.V.“ hat Coesfeld abermals in einen Resonanzraum verwandelt, in dem es nicht um technische Perfektion geht, sondern um das pure, ungefilterte Jetzt & Hier. Freier Eintritt, ein Drink in der Hand und drei Bands, die den Abend zu einer existenziellen Landkarte machten, mehr brauchte es nicht. Ok, und Pommes.

Drei Acts hatte der Abend an der Berkel zu bieten, und jeder einzelne riss eine andere Tür zur selben Wahrheit auf: Musik ist alles, nur kein Wettbewerb.

In Between schaffen einen Raum, in dem alles richtig ist

Den Anfang machten In Between aus Billerbeck. Die Band um die charismatische Frontfrau umschifft seit 2021 souverän die Untiefen des Alternative Rock und weigert sich standhaft, irgendwo dazuzugehören, wo man sie einsortieren will. Ihr Set war eine kraftvolle Umarmung auf Distanz, ein Versprechen, dass heute alles richtig ist, solange man nur laut genug mitsingt.

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In Between beim 13. Berkel Brawl in Coesfeld

Dass sie sich für die Zugabe ausgerechnet „Hey Jude“ ausgesucht hatten, war ein geschickter Schachzug, ein Song, der längst nicht mehr den Beatles allein gehört, sondern jedem, der ihn je in einer dunklen Küche mitgegrölt hat. Die Menge antwortete prompt und verwandelte den Refrain in einen vielstimmigen, trotzigen Chor. Mehr Einstieg geht nicht.

Bei BARRIKADEN wird der Schmerz kollektiv

Und dann: BARRIKADEN. Wer jetzt an saubere Songstrukturen und höfliche Arrangements dachte, wurde eines Besseren belehrt. Was das Quintett entfesselte, war ein einziges, kraftvolles Bollwerk aus bratenden Gitarren und Synth-Flächen, die einen daran erinnerten, dass man gegen die Zumutungen des Daseins sehr wohl Mauern errichten darf, nur eben aus Schallwellen. Sänger Fabio schreibt Texte, die keine Metaphern nötig haben. Seine Themen sind direkt aus dem Leben gegriffen, schwer von Familiengründung, Umbrüchen und Ängsten, die sich nachts leise auf die Brust setzen. Das ist kein Kunstgriff, das ist ein Seelenstriptease, und genau deshalb wirkte er so.

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Barrikaden live beim 13. Berkel Brawl in Coesfeld

Am Schlagzeug saß Lukas, zum allerersten Mal live mit dieser Band, was man schlichtweg nicht merkte, weil er das Set mit einer Wucht und Präzision vorantrieb, als würde er seit Jahren nichts anderes machen. Bei „Meine Medizin“, das als Zugabe durch die schweißgetränkte Area hallte, gab es keinen Zweifel mehr: Dieser Abend war eine kollektive Selbsttherapie, verordnet und durchgeführt in Eigenregie. Wer CASPER schon immer mal als Indierocker hören wollte, hat mit Barrikaden seine neue Lieblingsband aus der Region gefunden.

Soul Kite lassen die Hülle platzen

Zum Schluss kamen Soul Kite auf die Bühne, und mit ihnen ein Sound, der irgendwo im melancholischen Echo von The Cure und der hymnischen Direktheit von Paramore wurzelt, ohne je ein Abziehbild zu sein. Ihr Thema ist der große Irrsinn da draußen, die Kluft zwischen denen, die alles haben, und denen, die von den Krümeln träumen. Was das Quartett aus Billerbeck daraus macht, ist bemerkenswert: eine zutiefst physische Erfahrung, bei der brachiale Schlagzeugattacken und fragile Melodiebögen einander nicht bekämpfen, sondern stützen.

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Soul Kite live beim 13. Berkel Brawl in Coesfeld

Soul Kite demonstrierten an diesem Abend, was passiert, wenn Musik die Hülle platzen lässt, die man im Alltag um sich herumträgt. Für die Dauer ihres Sets gab es keine falschen Versprechungen, keine Nachrichten, keine ausweglosen Gedankenschleifen – nur diesen einen, bebenden Moment, in dem man vergessen durfte, wer man sonst sein muss.

Fazit:

Von 19:30 – 22:00 Uhr war die Berkel-Promenade kein Ort mehr, sondern ein Zustand. Einer, in dem man den Kopf ausschalten und einfach nur aufsaugen durfte, was da aus den Verstärkern kam. Besten Dank an Brawl Concerts e.V und den vielen Sponsoren für dieses Event.

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