Am Samstag den 07.03.2020 spielte die deutsche Punkrockband „Blanker Hohn“ live im Ju.w.e.l. e.V Gotha vor knapp 100 feiernden Besuchern.

Unter dem Motto „Kultur braucht Freiraum“ bietet der Verein „Ju.w.e.l. e.V“ in Gotha regelmäßig ein alternatives Kulturprogramm an, wie zum Beispiel auch am vergangenen Wochenende. Mittendrin, statt nur dabei, durfte ich dort die Deutschpunk-Band „Blanker Hohn“ aus der Hansestadt Hamburg begleiten und kennenlernen. (Nebenbei erwähnt, das „Kulturzentrum“ ist absolut ein Besuch wert, sollte mal jemand auf die Idee kommen, eine Szene-Kneipe zu eröffnen, dort findet ihr neben Gastfreundschaft auch jede Menge kunstvolle Inspirationen.)

Kunstvolle Deko im Ju.w.e.l. e.V Gotha

Blanker Hohn – die etwas andere Form von Kunst.

Währenddessen ein Song durchaus zeitlos und immer mal wieder aktueller denn je sein kann, wird es für so manche Band mit der Zeit immer schwieriger das wahre Alter vor dem Publikum zu verstecken. Ich war schon neugierig, wie sich „aus dem Altersheim weglaufende Rentner*“ (*Zitat aus der Bandbeschreibung) vor, auf und hinter der Bühne präsentieren. Das war zwar sicherlich nicht der ausschlaggebende Grund dafür, warum ich mich auf die Einladung zum Punkrock-Konzert nach Gotha sehr gefreut hatte, aber „alte Punks live erleben“ kann ich nun von meiner Bucket-List* streichen. (*Liste mit Dingen, die man noch nie gemacht hat, aber in seinem weiteren Leben gerne noch machen würde)

Um die Spannung nicht unnötig weiter hinauszuzögern, nach dem Gig habe ich mich viel mehr gefragt, wie es die Band vor 37 Jahren wohl geschafft hat, ihren Frontmann Oile auf der Bühne zu bändigen. Das war schon eine beeindruckende Leistung und Darbietung. „50 Jahre Punks – vorm Altern keine Angst“, ist daher nicht nur ein dadaistischer, selbstironischer Blanker Hohn Song, sondern ge- und erlebte Kunst auf der Bühne. Für manchen „Außenstehenden“ wird es allerdings einfacher sein, die Band einfach als „eine andere Art von Kunst“ zu betrachten, um die Musik und Philosophie der vier Musiker (besser) verstehen zu können.

Seit 1983 begeistern die vier Musiker, die sich trotz der durchaus politischen Songs, nicht als politische Band betrachten, immer mehr Fans. Der Spaß am musizieren steht und stand dabei immer an erster Stelle. Und genau das verkörpern sie auch gekonnt mit ihrer Show auf der Bühne, sowie beim Smalltalk an der Theke.

Wir machen Punkmusik aus Spaß und nicht aus politischen Gründen, dennoch zeigen wir gern, dass auch wir uns ganz klar gegen Fremdenhass, Diskriminierung und Hetze positionieren.

Oile, Blanker Hohn

Blanker Hohn – der ideale Name

Wie immer wollte ich wissen, wie die Band eigentlich zu ihrem Namen gekommen ist. Meine Vermutung war ja, dass sie vor lauter Selbstironie und nach dem Motto: „Unser Name ist Programm“ irgendwann nach einer durchzechten Nacht auf den Namen „Blanker Hohn“ gestoßen sind. Da lag ich jedoch falsch. Gesucht wurde ein dreisilbiger Name, den man neben „Zu-ga-be“ gut klatschen kann.

Letztendlich hörte Oile damals anscheinend zuviel „Ideal“ und sang den Song „Telephon“ indem es heißt:

Ich sitze hier am Telephon

von früh bis in die Nacht

Ich weiß, es ist der blanke Hohn,

Was du mit mir machst…

und schwupp, fühlte sich die Band vom blanken Hohn direkt angesprochen. Das war übrigens auch im Jahre 1983, also lange vor der neuen deutschen Rechtschreibreform von 1996, als man Telefon tatsächlich noch mit einem „ph“ schrieb.

Blanker Hohn auf die Ohren

Wer nun genug gelesen hat und die Band Blanker Hohn lieber hören oder selbst live erleben möchte, wirft jetzt am besten einen Blick auf die Webseite der Band, dort findet ihr sämtliche Infos zu kommenden Veranstaltungen, Bilder, Videos und mehr.