Wie bringt man den rotzigen, pulsierenden Vibe der Berliner Straßen direkt ins beschauliche Unna? Ganz einfach: Man quetscht ein paar unfassbar talentierte Musiker in die restlos ausverkaufte Lindenbrauerei, dreht die Bass-Regler auf Anschlag und lässt die STADTAFFEN von der Leine. Am 3. Juni feierte das heiß ersehnte Tribute-Projekt seine Live-Premiere – und was soll ich sagen? Mein Puls tanzt immer noch Reggae.
Die Affen steigen auf den Thron
Schon als die ersten wuchtigen Beats von „Die Affen steigen auf den Thron“ durch die Boxen drückten, war klar: Das hier wird kein gemütlicher Kopfnicker-Abend. „Hier bekommt ihr was ihr braucht, Liebe und Bass im Bauch!“ – diese Zeile hing nicht nur als Versprechen in der Luft, sondern hat direkt heftig reingekickt und das gesamte Publikum innerhalb von Sekunden auf Betriebstemperatur gebracht.

Der Fokus im ersten Set lag stark auf dem grandiosen Debüt von Peter Fox. Bei Hymnen wie „Haus am See“ oder dem herrlich melancholischen „Schwarz zu blau“ zeigte der charismatische Frontmann sofort, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Dazu kam diese unfassbare musikalische Präzision der restlichen Truppe. Andreas Müller, Patrick Kohler, Daniele Bucco, Kai Lemke und André Lindenau legten einen groovenden Teppich aus, auf dem Sabine und Sam Romdhane mit ihren Solo-Parts massiv brillierten. Es ist verdammt schwer, diesen unverwechselbaren Sound zu greifen, aber die Band hat die explosive Live-Energie der Originale vom ersten Takt an absolut authentisch auf die Bühne gebracht.
Dancehall-Fieber und ein bebender Boden
Nach einer kurzen Pause, die nach all dem Springen auch echt nötig war, um mal kurz durchzuatmen und eine kĂĽhle Spezi oder ein Wasser an der Bar zu fassen, riss Set 2 die HĂĽtte dann endgĂĽltig ab. Mit dem „Wir sind SEEED – Reeemix“ mutierte die Lindenbrauerei zu einem kochenden Dancehall-Schmelztiegel. Spätestens als die Bässe bei „Aufsteh’n“, „Augenbling“ und „SchĂĽttel dein Speck“ durch den Raum peitschten, gab es im Saal kein Halten mehr.

Die Frontrow war wild, verdammt eng und einen rettenden Fotograben gab es sowieso nicht. Wenn dann der komplette Fußboden unter dir zu „Alles Neu“ vibriert und Hunderte Menschen direkt neben dir im Chor brüllen, bist du mittendrin im Schweißbad und kannst dich diesem massiven Energie-Sog einfach nicht mehr entziehen. Diese Band kopiert nicht einfach nur ihre Vorbilder, sie atmet diesen urbanen Sound und feiert ihn mit jeder Faser.
Fazit: Dickes Ende, fettes Grinsen
Als bei der Zugabe schließlich die ersten Töne von „Dickes B“ durch den Raum schoben und den finalen Schlusspunkt setzten („Dickes Ende“ stand definitiv nicht umsonst auf der Setlist!), sah man überall nur noch nassgeschwitzte, restlos glückliche Gesichter. Die Premiere der STADTAFFEN war ein absoluter Triumphzug.

Egal, ob du SEEED-Veteran der ersten Stunde bist oder einfach nur auf urbane Hip-Hop und Dancehall-Beats stehst: Wer diese Musik liebt, wird die STADTAFFEN bedingungslos feiern. Es war laut, es war tanzbar und es war ein phänomenaler Start für ein Projekt, das hoffentlich noch oft genug die Clubs der Republik abreißen wird!
Bilder vom Abend




































