Gestern Abend in der Bürgerhalle Gronau: Zwei junge Ausnahmekünstler treffen aufeinander und plötzlich wird Jazz zur Herzensangelegenheit.
Was passiert eigentlich, wenn bayerische Eleganz auf pure Saxophon-Energie trifft? Ich sage es dir: Es knistert. Und zwar gewaltig. Als Alma Naidu und Jakob Manz gestern die Bühne betraten, spürte man sofort diese ganz besondere Verbindung. Eine seltene Mischung aus technischer Perfektion und purer Lebensfreude, die uns kollektiv den Atem raubte.
Alma Naidu: Die Geschichtenerzählerin
Fangen wir mit Alma an. Die gebürtige Münchnerin hat eine Stimme, die man so schnell nicht vergisst. Das Magazin Jazzthing feiert ihre „zartelegische Klarheit“ und ja, genau das ist es. Elegisch bedeutet übrigens so viel wie wehmütig-verklärt, aber nicht traurig, sondern eher: als würde man einem schönen Traum hinterherblicken. Alma balanciert mühelos zwischen Jazz, Pop und diesem intimen Singer-Songwriter-Vibe, den man sonst eher aus winzigen Wohnzimmerkonzerten kennt.

Besonders bei den Stücken ihres aktuellen Albums „REDEFINE“ (zu Deutsch: neu definieren) konntest du im Publikum buchstäblich eine Stecknadel fallen hören. Absolute Gänsehaut-Garantie. Sie singt nicht einfach Textzeilen, sie inszeniert kleine Filme, nur mit der Kraft ihrer Stimme. Das ganze in Kombination mit ihrer Band, war live einfach ein Traum für jeden Gehörgang.
Jakob Manz: Das Kraftwerk am Saxophon
Und dann ist da noch Jakob Manz. Wenn Alma das emotionale Herz des Abends ist, dann ist Jakob der Motor. Der Typ ist 2001 geboren – ja, du hast richtig gelesen, der ist gerade mal Anfang zwanzig und spielt das Altsaxophon, als würde es um Leben und Tod gehen. Kennst du das, wenn Musiker so sehr in ihrem Element sind, dass sie alles um sich herum vergessen? Jakob ist genau dieser Typ.

Sein Sound ist warm, präsent und manchmal so verdammt schnell, dass du mit dem Mitwippen kaum hinterherkommst. Er schafft den Spagat: Von einer verträumten, fast schwebenden Melodie direkt in eine ekstatische Improvisation ausbrechen, das Blut in den Adern kocht dabei regelrecht. Kein Wunder, dass er sogar bei Sarah Connor für die „magischen Momente“ zuständig ist, wie Insider sagen.
Wenn zwei sich finden
Das Allerbeste an diesem Abend? Die Synergie. Also dieses Miteinander, das größer ist als die Summe seiner Teile. Es war kein „Jeder spielt mal sein Solo und dann applaudiert jeder brav“. Nein. Was wir erlebt haben, war ein echtes Gespräch zwischen Almas Stimme und Jakobs Saxophon.
Jakobs wärmerer Ton hat Almas tonale Leichtigkeit perfekt aufgefangen und ihr eine Tiefe gegeben, die du auf keiner CD so intensiv spüren kannst. „Tonal leicht“ meint übrigens: Ihr Klang wirkt nie angestrengt oder scharf, sondern immer rund und natürlich – fast, als würde sie einfach nur mit dir reden, nur viel schöner.

Die Akustik in der Bürgerhalle Gronau hat ihr Übriges getan. Jeder kleinste Piano-Hauch, jedes hauchzarte „Shh“ von Alma kam glasklar an. Und das Publikum? Ein kollektives Grinsen, als die beiden einfach die Grenzen zwischen den Genres weggewischt haben. Jazz? Pop? Singer-Songwriter? Egal. Hauptsache gut.
Mein Fazit
Wer sagt, Jazz sei kompliziert, verkopft oder anstrengend, der hat Alma Naidu und Jakob Manz noch nicht zusammen erlebt. Die beiden beweisen an diesem Abend: Weltklasse-Technik und tiefe, echte Gefühle passen wunderbar zusammen. Ohne dass es jemals angestrengt oder elitär wirkt. Ein perfekter Auftakt zum 38. Jazzfest in Gronau. Danke dafür <3
Ein Paar Bilder vom Abend

























