Eigentlich hatte ich mir den Freitagabend im Kalender dick angestrichen. Der „Veranstaltungskalender“ der Stadt versprach nämlich ein Wiedersehen, auf das ich mich riesig gefreut hatte: 6th Avenue sollte auf dem „Markt der Möglichkeiten“ in Dülmen spielen.
Für mich wäre das ein echter „Blast from the Past“ gewesen. Die Band gehört nämlich zu den allerersten, die ich vor vielen Jahren mit meinem Projekt „laut-geknipst“ begleitet habe. Ganz besonders hatte ich auf ein High-Five mit Flo gehofft, ein grandioser Gitarrist, der schon damals in ganz anderen Sphären unterwegs war und unter anderem mit keinem Geringeren als David Hasselhoff tourte.
Vom „Schlagerengel“ zur Rampensau
Statt Flo und der Band stand dann plötzlich Frontfrau Melanie Engels alleine auf der Bühne. Und wer Melanie noch nicht kennt: Die Frau ist im Ruhrgebiet, genauer gesagt in Waltrop, eine echte Instanz und wird dort liebevoll als „Schlagerengel“ gefeiert. Genau diese Mischung aus „Mädchen von nebenan“ und absolutem Bühnenprofi hat sie gestern von 18 bis 21 Uhr gnadenlos ausgespielt.

Was viele am Glühweinstand wahrscheinlich gar nicht wussten: Melanie ist keine reine Cover-Sängerin. Mit ihren eigenen, professionell produzierten Songs hat sie tatsächlich schon so manche DJ-Hitparade gestürmt. Und genau diese Professionalität hat man gemerkt: Statt Akustik-Geklimper gab es volle Breitseite Party.
Man spürt einfach, dass sie sonst mit ihrer eigenen Eventagentur Hochzeiten und Stadtfeste rockt. Sie weiß genau, wie man ein durchfrorenes Publikum auftaut. Nichts mit künstlicher Distanz, wie man es von manchen TV-Sternchen kennt – Melanie ist greifbar, echt und hat diese „Komm, wir trinken einen mit“-Ausstrahlung.
„Verdammt, ich lieb dich“ – oder so ähnlich?
Musikalisch war es dann … sagen wir mal: effektiv! Ich bin ehrlich mit euch: Ich bin nicht der größte Schlager-Experte. Für meine Ohren klingt in dem Genre oft vieles gleich, und ich habe irgendwann aufgehört, genau zu analysieren, welcher Beat jetzt welcher ist. Aber ein paar Gassenhauer habe ich dann doch erkannt: Der unverwüstliche Klassiker „Verdammt, ich lieb dich“ war dabei und natürlich „Wackelkontakt“.

Der Rest war eine bunte Mischung aus typischen Partyschlagern, die genau ihren Zweck erfüllten: Die Leute vor dem Glühweinstand in Bewegung zu bringen und die Kälte zu vertreiben. Und sind wir mal ehrlich: Wenn die Stimmung passt und der Glühwein schmeckt, ist es fast egal, ob da oben komplexe Gitarrenriffs zelebriert werden oder ob Melanie mit ihrer sympathischen Art und Party-Hits den kleinen überdachten Marktplatz rockt.
Fazit: Anders, aber gut!
Es war vielleicht nicht der Abend, den der Veranstaltungskalender online versprochen hatte, aber es war ein schönes, spontanes Wiedersehen mit einer alten Bekannten aus den Anfangstagen von „laut-geknipst“. Melanie hat den Laden geschmissen – und Flo erwische ich hoffentlich beim nächsten Mal.
Bilder vom Abend









Danke für diesen schönen Einstieg ins neue Jahr! <3


