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BLACK MOON EMPIRE: Metal ist breiter & tiefer geworden!

Black Moon Empire waren für mich im letzten Jahr eine wahrhaftige Überraschung. Ich erinnere mich noch zu gut daran, wie mir, auf dem Stadtfest beim rock´n´popmuseum in Gronau, beinah die Wurst aus dem Brötchen geflogen ist, als die Jungs ihren ersten Song auf der Bühne anspielten.

Zum Jahreswechsel war ich neugierig und fragte mal nach, wann und wo die Band vielleicht demnächst auf der Bühne stehen wird und ob sie vielleicht noch Zeit für ein paar weitere Fragen hätten. So entstand das folgende Interview mit Bassist Patrick von Black Moon Empire.

BlACK MOON EMPIRE Interview

Sag mal, wie würdest du eure Musik beschreiben und welche Einflüsse habt ihr?

Unsere Musik ist sehr deutlich im Death-Metal verankert, wobei sich hier und da weitere Einflüsse wiederfinden, sei es Black-, Doom-, vielleicht auch mal Thrash-Metal. Mit steigender Anzahl an Jahren im Proberaum steigt auch die Experimentierfreudigkeit.

Auch die stetige eigene Entwicklung führt zur Verbreiterung des Tellerrandes.

Bassist Patrick Black Moon Empire live beim Stadtfest Gronau

Diese Frage stelle ich eigentlich jeder Band, weil ich es immer wieder spannend finde, daher, wie seid ihr eigentlich auf den Namen eurer Band gekommen?

Black Moon Empire, bzw. Das Reich des schwarzen Mondes, bzw. seiner unbeleuchteten Rückseite ist aus u.a. anthroposophischer Sicht die Heimat der beiden Götter Ahriman und Luzifer, deren Leitmotive (z.B. beschleunigte Entwicklung, Streben nach Macht, usw.) gegenüber der Menschheit gleicht einem Ritt auf der Rasierklinge und bietet viele Ableitungsmöglichkeiten zum aktuellen Weltgeschehen.

Simple, einprägsame Begrifflichkeit gepaart mit einem sinnigen Oberthema führten dann zur Entscheidung. Das war allerdings 1998.

Gibt es eine Botschaft die ihr mit eurer Musik vermitteln möchtet?

Grundsätzlich steht der Spaß an unserem Schaffen im Vordergrund. Wenn jemand unsere Songs hört und sich dabei gut unterhalten fühlt, in welcher Form auch immer, ist das Ziel doch schon erreicht. Wahlweise kann man sich gerne mit den tieferen Geschichten der Songs auseinandersetzen.

Welche Erfahrungen habt ihr bisher auf Tour gemacht und welche waren besonders prägend für euch?

Vor Corona gab es einen Zeitraum, in dem wir live wesentlich aktiver waren. Einmal wurde sogar ein Reisebus gemietet, um unsere eigenen Gäste auf einen Gig zu karren. Der Veranstalter war so perplex, dass es zur Belohnung sogar Rabatt auf den Eintritt gab. Obendrein beteiligten sich alle Passagiere noch als Roadies.

Black Moon Empire auf der Hollywood Bühne in Gronau


Einen besonderen Eindruck hinterließ auch der Auftritt auf dem Gronauer Stadtfest 2022, denn er hat gezeigt, dass das hiesige Publikum wirklich musikalisch vielfältig aufgestellt ist. Jemand fragte uns nach dem Gig begeistert: „Was war das für eine Musik? Sowas habe ich noch nie gehört! Es war geil!“.

Die Resonanz auf diesen Gig war enorm positiv und damit hatte man zuvor nicht gerechnet.

*(JA! Das war wirklich ein starker GIG in Gronau.)*

Welche Zukunftspläne habt ihr für eure Band?

Derzeit befinden wir uns im Songwriting-Prozess und haben circa 70% des Materials des kommenden Albums arrangiert. Der grobe Plan sieht vor zum Ende 2023 ein neues Album in der Hand zu halten, sprichwörtlich. Neben dem Digital-Release wird es diesmal einen physischen Tonträger geben, vorzugsweise natürlich Vinyl.

Weiterhin wird man uns immer mal wieder live erleben können.

Was war der schwierigste Moment in eurer Karriere und wie habt ihr ihn gemeistert?

Oftmals kam es zu Besetzungswechsel kurz vor Release oder größeren Gigs. Das erklärt auch unseren recht dünnen Backkatalog. Erst Sänger weg, dann fehlt ein Gitarrist, dann kam es zu internen Wechseln und immer wieder fängt man vorne an.

Die eigene musikalische Erkenntnis brachte es natürlich nach vorne, aber das Vorankommen als Band hat es schon stark gebremst.

Es gibt keinen Dresscode, sogar lächeln ist erlaubt.

Patrick Black Moon Empire

Welche Rolle spielen visuelle Elemente, wie z.B. Bühnenoutfits oder Musikvideos, in eurer Band?

Es gibt keinen Dresscode, sogar lächeln ist erlaubt. Outfits wurde probiert, aber aus dem Alter sind wir raus. Das würde schon recht merkwürdig wirken, wenn wir alten Männer uns auf den Auftritten verkleiden und/oder anmalen.

Und wie gestaltet ihr „alten Männer“ eure Songwriting-Prozesse?

Gutes Thema, denn soeben hat ein neuer Song (Visionen) diesen Prozess durchlaufen. Grundsätzlich entstand dieser Song im Rahmen von einigen Jams. Ein Opener wurde gefunden, weiter ausgebaut, strukturiert. Nach und nach entsteht so ein Konstrukt, dass einer ständigen „Qualitätskontrolle“ unterliegt und irgendwann stell man fest, der Songs ist fertig.

Sänger Kai, seit 2003 die Stimme der Band

Welche anderen Künstler oder Bands schätzt ihr besonders und warum?

Da hat jeder einzelne seine eigenen Favoriten, deren Einflüsse sich dann im Gesamtwerk widerspiegeln. Glücklicherweise sind unsere musikalischen Geschmäcker verschieden, so dass möglichst viele Einflüsse zum tragen kommen.

Welche Rolle spielen Technik und Equipment in eurer Musik und wie wählt ihr diese aus?

Wir legen mittlerweile Wert auf ordentliches Werkzeug. Anfangs dengelte man auf dem Zeug, was bezahlbar war oder halt zur Verfügung stand und Demoaufnahmen erledigte der Kassettenrekorder inmitten des Proberaums. Mittlerweile stehen jedem Musiker bei uns qualitative Mittel bereit und auch aufnahmetechnisch sind wir dazu in der Lage, brauchbare Spuren abzuliefern, die dann auch weiterverarbeitet werden können.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Aufnahme eures Sounds und wie geht ihr damit um?

Die Eigenproduktion unseres letzten Albums stellte eine sehr große Herausforderung dar, jedoch endeten die Ergebnisse immer in Kompromissen. Aus diesem Grund wird das nächste Album auch extern gemixt und gemastert. Es gibt in diesem Feld einfach Leute die das besser können. Da muss man auch wissen wo die eigenen Grenzen liegen.

Welche Rolle spielen Live-Auftritte in eurer Karriere und was macht für euch eine erfolgreiche Show aus?

Live-Auftritte sind das i-Tüpfelchen. Wir spielen gerne live und repräsentieren unser Schaffen gerne den Menschen, die uns sehen möchten. Wenn denen dann unsere Arbeit gefällt, ist das für uns der höchste Lohn.

Gründungsmitglied Daniel kümmert sich um die Kessel seit 1998!

Wie seht ihr die aktuelle Metal-Szene und inwieweit beeinflusst sie eure Musik?

Nun, wir sind alle schon etwas älter und länger Teil der Metal-Szene, so dass man behaupten kann, in ihr eine große Kuriosität zu sehen. Auf der einen Seite finden sich stark traditionelle Strukturen, die sich in den letzten zwei Dekaden kaum bewegt haben. Auf der anderen Seite, fanden sich neue beliebte Strömungen, sei es Metal-Core, Death-Core, Djent, Post-(Black)-Metal und völlig verrücktes Avantgarde-Zeug und das ist stark bereichernd für die heutige Szene.

Der Metal ist einfach breiter und tiefer geworden.

Patrick – Black Moon Empire


Das Werkzeug der oftmals satirischen Provokation, wie man es aus früheren Zeiten kennt, scheint allerdings immer weiter in den Hintergrund zu geraten und oftmals nicht mehr gewünscht zu sein, was extrem schade ist.

Wir sind offen für neue Einflüsse, besinnen uns aber auch gerne auf unsere Wurzeln, mit denen wir aufwuchsen.

Welche Rolle spielt die Gemeinschaft eurer Fans und wie pflegt ihr den Kontakt zu ihnen?

Wir bauen derzeit alle digitalen Angebote, wie Webseite, soziale Medien und Streaming-Portale weiter aus und beschränken uns dabei auf eine handfeste Auswahl an Plattformen. Damit decken wir eine breite Palette an Kommunikationskanälen ab. Das persönliche Gespräch, zum Beispiel, vor, während und nach dem Gig, ist uns natürlich am liebsten.
Neben der eigenen musikalischen Verwirklichung spielt der Kontakt zu den Menschen, die sich die Mühe machen auf unsere Konzerte zu kommen, sich mit unserer Musik beschäftigen, darauf abrocken, die größte Rolle überhaupt.

Gründungsmitglied Roman am Siebensaiter

Wir sehen jetzt auch den Zeitpunkt gekommen, die Merchandise-Palette zu vergrößern, damit es demnächst auch mal etwas mehr zu ergattern gibt, als einen Patch für die Kutte.

Welche Rolle spielen Cover-Songs in eurem Repertoire und wie wählt ihr diese aus?

In der Vergangenheit gab es immer mal einen Cover-Song pro Set. Meist handelte es sich dabei um Szeneklassiker, auf die das Publikum immer richtig abging.

Und welche Rolle spielen politische oder soziale Themen in eurer Musik und wie engagiert ihr euch dafür?

Soziale Themen finden sich immer wieder in unseren Lyrics, jedoch nehmen wir uns auch mal die Freiheit, einen Song einfach seine Geschichte erzählen zu lassen, ohne eine tiefgreifende Nachricht zu transportieren. Textlich dreht es sich oftmals um kriegerische und auch gewalttätige Aspekte, bzw. deren Auswirkungen auf Mensch, Geist und Natur und selbstverständlich werden die typisch metallischen Stilmittel der Provokation, Ironie und Satire eingesetzt. Das gehört zum Metal wie Gitarre, Bass und Drums.

Das musikalische kreative Schwergewicht Lars

Weiterhin erlauben wir es uns, als Band, keinerlei politische Meinung einzunehmen. Kein vorwärts, rückwärts, hoch, runter, rechts oder links. Das schließt zukünftiges soziales Engagement auf Basis eines gesunden Verstandes natürlich nicht aus. Politische Bildung überlässt man jedoch gerne Menschen, die über mehr Kompetenz verfügen, entsprechende Inhalte zu vermitteln. Wenn es jedoch um die Vermittlung von Freude und Spaß an brachialer Metal-Musik geht, dann ist man bei uns an der richtigen Stelle.

Wie geht ihr mit Kritik um?

Kritik ist gerne gesehen und auch auf ein „Ich fand euch heute scheiße!“ gibt es ein ehrlich gemeintes Dankeschön. Kritik kann ja nur dann entstehen, wenn man sich mit uns beschäftigt, und das muss honoriert werden.

Vielen Dank für eure Zeit und das Interview, wann geht’s jetzt nochmal wieder live auf die Bühne?

Oh, da folgen bald ein paar Termine, folgt uns am besten auf Facebook, um keinen Termin zu verpassen!

Prima, ich freue mich! Bis hoffentlich bald und alles Gute! <3

P.s.: Ihr habt da echt eine tolle Webseite auf die Beine gestellt, habe mich sehr gefreut, dass ihr einige „laut-geknipste“ Bilder dafür verwenden konntet! Sehr geil, so muss es sein! 🙂

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