Trigger Rock & Gänsehaut: Warum die Gum Bucket Release-Party in der Turbine alles abgerissen hat
Komm mal ein Stück näher. Ja, genau so. Denn genau darum geht’s: „Closer“. Mit ihrem neuen Werk lieferten Gum Bucket am Wochenende in der Turbine einen absolut punktgenauen Abriss ab.
Und auch wenn der „heilige Gral“ auf schwarzem Gold, die Vinyl-Pressung, sich noch ein klitzekleines bisschen im Presswerk schick macht und verspätet anrollt: Die CD ist da, sie glüht, und sie sieht verdammt sexy aus! Und das wurde Samstagnacht gefeiert.
Und Leute, was war das für eine Nacht! Wenn ich heute Morgen in den Spiegel schaue, sehe ich müde Augen, aber ein verdammt breites Grinsen. Denn Samstagnacht hat der Musikclub Turbine gebebt, und Schuld daran waren keine geringeren als Gum Bucket. Die Jungs haben die Veröffentlichung ihres dritten Babys „Closer“ gefeiert, und wir waren alle mittendrin statt nur dabei.

Hand aufs Herz: Kennst du dieses kribbelige Gefühl, wenn ein Projekt, in das du monatelang Herzblut gesteckt hast, endlich das Licht der Welt erblickt? Als ich in den Club marschierte, fühlte es sich jedenfalls nicht wie ein normales Konzert an. Es fühlte sich wie ein Familientreffen an, bei dem das Baby endlich getauft wird. Ein Baby, dessen gesamte Optik ich über Monate hinweg für die Jungs gestalten durfte, angefangen beim Artwork über die Collagen im Booklet bis hin zum finalen Design der Scheibe.
Druckluft aus Gescher: Bugs in a Trap drehen auf
Bevor die Hauptakteure die Bühne enterten, gab es eine ordentliche Ladung Breitseite von Bugs in a Trap. Die Jungs aus Gescher haben die Turbine mal eben auf Betriebstemperatur geprügelt. Mit „Bugs are back“ und Cover-Granaten wie Rage Against the Machines „Killing in the Name“ war Stillstehen keine Option mehr. Die Luft war sofort dick, der Boden klebte – genau so muss ein Rockabend starten!

Besonders cool: In einer kurzen Laudatio auf die Buckets gab’s ein Quiz, bei dem ein glücklicher Fan zwei Karten für das Rock im Garten Festival abstaubte. Sympathisch, laut und der perfekte Dosenöffner für das, was folgen sollte.
Emotionen pur: Wenn Rocker feuchte Augen kriegen
Nach einer kurzen Abkühlpause (die dringend nötig war!) hieß es: Bühne frei für Gum Bucket. Und was soll ich sagen? Man hat den Jungs jede Sekunde angemerkt, wie sehr sie diese Bühne vermisst haben. Nach einer gefühlten Ewigkeit ohne Live-Gigs standen sie da mit einer Mischung aus „stolzer Heldenbrust“ und echter Ergriffenheit. Frontmann Uwe und die Crew waren sichtlich überwältigt von den lautstarken Fans.

Als die ersten Riffs von „FADE AWAY“ durch den Club peitschten, gab es kein Halten mehr. Der typische Trigger Rock der Band, dieses unwiderstehliche Gemisch aus Led-Zeppelin-Wucht und modernem Foo-Fighters-Drive, drückte uns förmlich gegen die Wand. Aber es gab auch diese Gänsehaut-Momente. Mit „Closer“ haben sie erstmals einen Akustiksong im Gepäck, der für eine Intimität sorgte, die man bei dieser Wucht selten erlebt. Man war sich plötzlich ganz nah, eben closer.
Beatles-Vibe und mein Debüt am Mikro: Die Highlights
Aber kommen wir zu meinen absoluten Favoriten auf der Scheibe, die live einfach nochmal eine ganz andere Dimension bekamen.
Leute, wenn ihr „You Love Me“ hört… dieser Song ist eine Wucht! Er hat diesen unfassbaren Vibe, als hätten sich die Beatles in einer Garage mit den Foo Fighters eingeschlossen, drei Kisten Bier geleert und beschlossen, die Welt mit einer Hookline zu erobern. Diese Mischung aus Harmonien, die dich sofort packen, und diesem dreckigen Drive, der dich direkt in die Luft springen lässt das ist Gum Bucket in Perfektion. In der Turbine war das der Moment, in dem die kollektive Begeisterung den Siedepunkt erreichte.
Und dann war da „A Fool“…
Leute, da muss ich euch was gestehen. Wenn dieser Track läuft, wird mein Grinsen so breit, dass ich sofort ein Schluck Wasser zur Beruhigung brauche. Erinnert ihr euch an die legendäre Session im Luna Tonstudio? Zwischen Kabelsalat, Kaffeeduft und Klanggewitter hieß es plötzlich: „Komm Dirk, sing mal die Backings!“ Was erst wie ein schlechter Scherz klang (ich lachte laut!), ist jetzt auf der Scheibe für die Ewigkeit verewigt.

Diesen Song dann live in der Turbine zu hören, war ein ganz schräger, aber genialer Moment. Während ich textsicher aus voller Kehle mitgegröhlte, schoss mir immer wieder der Gedanke durch den Kopf: „Oha, auf der CD, schwingt ja im Hintergrund ein bisschen von meiner Stimme mit.“ Ein Moment zwischen „Ein Glück, dass ich hier live nur einer von vielen bin“ und Dankbarkeit.
CD statt Vinyl – Aber Oho!
Auch wenn der „heilige Gral“ auf schwarzem Gold, die Vinyl-Pressung, sich leider noch ein klitzekleines bisschen im Presswerk schick macht und verspätet anrollt: Die CD ist da, sie glüht, und sie sieht verdammt sexy aus! Sie endlich in den Händen zu halten und die Songs, an deren Entstehung ich visuell (und vocal-technisch) beteiligt war, live in der Turbine zu hören, war ein ganz besonderer Moment. Danke dafür, Jungs!
Mein Fazit: Der Abend in der Turbine war ehrlich, druckvoll und verdammt emotional. Gum Bucket haben bewiesen, dass handgemachter Rock aus dem Münsterland kein Alter kennt, sondern nur Energie. „Closer“ ist nicht nur ein Album, es ist ein Statement.
Mein Rat an euch: Schnappt euch die CD! Sie sieht nicht nur unverschämt gut aus, sondern klingt auch fantastisch. Unterstützt die Jungs, geht auf die Konzerte und lasst den Trigger Rock in eure Wohnzimmer. Also kauft das Ding! 🙂
Bilder vom Abend


































