Popular Now

David Kebekus lieferte „Sensible Inhalte“ im Musikclub Turbine ohne Rücksicht auf Verluste

Udo Klopke in der Turbine: Handgemacht, ehrlich und verdammt gut

Melanie Engels in Dülmen: Glühwein, Beats & Solo-Power

david kebekus live musikclub turbine

David Kebekus lieferte „Sensible Inhalte“ im Musikclub Turbine ohne Rücksicht auf Verluste

Sensible Inhalte in der Turbine Gronau & warum wir trotz Triggerwarnung alle überlebt haben.

Kennst du diesen Moment, wenn du dich nicht traust, auf den Auslöser deiner Kamera zu drücken, weil es im Raum totenstill ist, nur um Sekunden später fast vom Schalldruck kollektiver Schenkelklopfer umgehauen zu werden? Genau so ging es mir am 18. Januar im Musikclub Turbine. Ich stand da, Finger am Abzug, aber meine Strategie musste ich komplett über den Haufen werfen: Geknipst wurde nur, wenn der Saal explodierte, damit das „Klick“ im Gelächter unterging.

Vom „Maschinenraum“ auf die Bühne: Ein echter Profi

Bevor wir zum Vibe kommen, muss man eines wissen: David ist kein Newcomer, der mal eben Glück hatte. Der Typ ist eigentlich ein Veteran, der jahrelang im „Maschinenraum“ der deutschen Comedy saß, bevor wir sein Gesicht kannten. Was viele im Publikum nicht ahnen: Schon mit zarten 22 Jahren schrieb er Gags für die legendären „Freitag Nacht News“, evtl. erinnert ihr euch noch an „Wer’s nicht guckt, kann’s nicht sehen!“? Falls nicht, auch egal. Er war jedenfalls z.B. auch der Kopf hinter Pointen bei Kult-Formaten wie „Ladykracher“ und „Switch reloaded“.

David Kebekus im Musikclub Turbine

Das merkt man seinem Timing an jeder Faser an. Er hat Comedy nämlich nicht nur „im Blut“, sondern studiert, und zwar buchstäblich. 2007 ging er nach New York, um „Sketch Comedy Writing“ zu lernen. In den USA ist Humor keine Glückssache, sondern ein echtes Handwerk („Craft“) mit festen Regeln. David ist also quasi ein studierter „Humor-Ingenieur“. Er überlässt nichts dem Zufall; jeder Satz sitzt, alles Überflüssige fliegt raus. Das ist „Handmade“-Comedy, die er vorher auf zig Open Mics getestet und geschliffen hat.

Kölsche Wurzeln und beste Freunde

Vergiss trotzdem die steife Theorie. David kommt aus Köln, wo man bekanntlich ´nen Clown zum Frühstück bekommt und das Bier aus Reagenzgläsern trinkt (sorry, liebe Kölner!). Vor allem ist David aber der Best-Buddy von Jan van Weyde. Den durfte ich ja Ende letzten Jahres schon hier in der Turbine erleben und knipsen und wer den Vibe damals verpasst hat, kann ihn hier gerne nochmal nachlesen: Jan van Weyde begeistert die Turbine. Die beiden betreiben seit 2019 ihren Podcast „Lass hör’n“, und diesen lockeren „Kneipentalk-Vibe“, den man von dort kennt, bringt David genauso auf die Bühne, nur eben eine Spur dunkler und analytischer.

Der „Promi-Onkel“ packt aus

Klar, den Namen Kebekus hört man im TV öfter, meistens im Zusammenhang mit seiner Schwester Carolin. Aber David ist jetzt in einer neuen Rolle: Er ist der frische „Promi-Onkel“. Seit seine Schwester Mutter geworden ist, hat sich sein Blickwinkel verschoben. Normalerweise sind ihm Promis und deren Kinder völlig egal, aber dieses Promikind liebt er abgöttisch.

David Kebekus im Musikclub Turbine

Besonders amüsiert hat er sich über das riesige Geheimnis, das um das Geschlecht des Kindes gemacht wird. Die strikte Wahrung der Privatsphäre kommentierte er in Gronau mit diesem herrlich bösen Vergleich: Das habe „was Geheimnisvolles, wie auf der Walking Street in Pattaya“ oder ähnlich im Wortlaut. Und zack, da war er wieder, dieser Moment, wo man kurz die Luft anhält und sich fragt: „Hat er nicht gesagt?!“ Doch, hat er. Und genau dafür lieben wir ihn.

Wenn Humor auf „Sensible Inhalte“ trifft

Das Programm heißt nicht umsonst „Sensible Inhalte“. David bewegt sich damit auf dem verdammt dünnen Eis der heutigen Zeit, doch er bricht nicht ein, er dreht Pirouetten darauf und ballert Pointen wie Michael Ballack Freistöße gegen Österreich. Sein Stil spiegelt genau diesen trockenen, schmerzfreien Humor wider: Ihm kann vieles im Leben egal sein, aber dabei wirkt er charmant und schadenfroh, anstatt zynisch zu sein. Er findet Themen, die andere Comedians meiden, und präsentiert sie mit einem persönlichen Blickwinkel, ohne dabei oberflächlich zu werden.

David Kebekus Musikclub Turbine

Einmal hab ich aus der letzten Reihe ein ungläubiges Flüstern gehört: „Darf man das?“ Ja, man muss sogar. Das Publikum hing ihm an den Lippen, weil er Dinge ausspricht, die wir uns kaum zu denken trauen. Er bezeichnete seinen Auftritt in der intimen Turbine übrigens ganz pragmatisch: Er kommt hierher, „damit wir alle normal bleiben können.“ Das ist dieser typische Kebekus-Vibe, geerdet, direkt und ohne Starallüren.

Live vs. Stream: Warum du dabei sein musstest

Ich feier seine Podcasts mit Jan total, einfach perfekt für die Autofahrt. Aber Leute, Podcast ist Labern – Live-Stand-up ist fast wie ein Moshpit. Auf der Bühne siehst du die Mimik, spürst die Pausen und diesen elektrischen Moment, wenn ein ganzer Raum gleichzeitig den Witz kapiert.

Dieses Gefühl, wenn er gesellschaftliche Normen zerlegt und du merkst, dass da ca. 100 andere Leute im Raum genau denselben Wahnsinn kennen, das kriegst du nicht auf dem Sofa oder im Auto. Das ist Energie, das ist Schweiß, das ist echt.

Apropos echt. Nach der Show nahm sich David noch völlig entspannt Zeit für seine teils weit angereisten Fans, gab Autogramme und machte Selfies usw.

Fazit:

David Kebekus lieferte „Sensible Inhalte“ im Musikclub Turbine ohne Rücksicht auf Verluste und ich bin schon auf sein neues Programm gespannt, ob es Triggerwarnung heißen wird? Danke für diesen sehr unterhaltsamen Abend in der Turbine. Ach, und David: Falls du mich doch ein- oder zweimal beim „Klicken“ gehört hast, dann nur, weil ich einmal öfter als das Publikum lachen musste. 🙂

Bilder vom Abend

Previous Post

Udo Klopke in der Turbine: Handgemacht, ehrlich und verdammt gut

Schreibe ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.