Snake Rising in der Turbine: Wenn die Schlange das rock’n’popmuseum zum Beben bringt
Gronau. Draußen herrschte dezemberliche Stille, doch im Inneren der legendären „Turbine“ im rock’n’popmuseum fühlte es sich gestern Abend nach 1987 an. Snake Rising, die Whitesnake-Tribute-Formation der Stunde, lud zum großen Finale 2025. Was im Frühjahr 2023 als „Projekt aus Passion“ in Münster startete, hat sich längst zu einer der authentischsten Hardrock-Instanzen im Westen Deutschlands entwickelt.
Die „Groove Maschine“: Ein Fundament mit Geschichte
Manche Bands brauchen Jahre, um blind miteinander zu harmonieren. Bei Snake Rising liegt das Geheimnis im tiefen Fundament, auch wenn die Band in ihrer jetzigen Form erst seit 2023 besteht. Die Verbindung zwischen den Taktgebern reicht jedoch viel weiter zurück: Bereits 2015 begegneten sich Bandgründer und Drummer Vambo C. Tischer und Bassist Stefan „Steve“ Scholz.

Diese acht Jahre Vorlauf, bevor überhaupt der erste offizielle Ton unter dem Namen Snake Rising erklang, merkt man jeder Sekunde des Sets an. Steve bringt stolze 40 Jahre Bühnenerfahrung mit, und zusammen mit Vambo bildet er die berüchtigte „Groove Maschine“, die das massive, bluesige Rückgrat für die Whitesnake-Hymnen liefert.
Gitarren-Gewitter und der Geist von 1987
Was gestern in der Turbine besonders auffiel, war die klangliche Architektur. Robert Resinek, ein echter Profi an der Ibanez-Gitarre und erfahrener Gitarren-Coach, lieferte die messerscharfe Präzision, die man für die Ära von Steve Vai oder John Sykes braucht.

Ihm gegenüber steht mit Nino Schiliro das jüngste Mitglied der Truppe. Sein leidenschaftlicher Zugang zum Hardrock bildet den perfekten Gegenpol zu Roberts technischer Finesse.
Dirk Hackenberg: Die Stimme, die das Erbe ehrt
Die größte Herausforderung einer jeden Tribute-Band ist der Gesang. Gerade jetzt, wo sich Legende David Coverdale im Jahr 2025 endgültig von den Bühnen und aus den sozialen Medien zurückgezogen hat, suchen die Fans nach diesem speziellen Timbre.
Dirk Hackenberg, der 2024 zur Band stieß, füllt diese Lücke mit einer beeindruckenden Souveränität. Geprägt durch seine Zeit bei den Deep Purple-Spezialisten „Perfect Strangers“, trifft er sowohl die aggressiven Rock-Spitzen als auch die tiefen, souligen Balladen, die Whitesnake so einzigartig machen.

21 Songs pure Nostalgie – Die Setlist des Abends
Die Stimmung war von der ersten Sekunde an am Siedepunkt. Fans aus Münster, Gronau und der unermüdliche Dortmunder Fanclub feierten ein Set, das keine Wünsche offen ließ. Besonders die Hammond-Orgel und die 80er-Jahre-Synths von Werner Fischer verliehen den Songs den nötigen Glanz.
Hier die Highlights der gestrigen 21-Song-Setlist:
- Der Einstieg: Mit Bad Boys und Slide It In ging es direkt mit Vollgas los.
- Die Hymnen: Bei Is This Love und Ain’t No Love In The Heart Of The City wurde es emotional – Gänsehaut-Garantie inklusive.
- Die Power: Judgment Day und Crying In The Rain zeigten die ganze instrumentale Wucht der Band.
- Das Finale: Nach einem gewaltigen Drum-Solo gab es als ultimative Zugabe natürlich nur einen Song: Still Of The Night.
Fazit: Hochwertiger Hardrock zum fairen Kurs
Dass Snake Rising im prestigeträchtigen Musikclub Turbine gebucht wurde, unterstreicht ihren Status in der Szene. Zu absolut fairen Preisen (VVK: 15,-€ / AK: 20,-€) bekam man hier eine Qualität geliefert, die so manche überteuerte Abschiedstournee der Originale blass aussehen lässt.
Bilder vom Abend


































Besten Dank für den tollen Abend in der Turbine! Ein wirklich würdiger Jahresabschluss! <3


