Wenn der Doppelgänger zum Bruder wird: Eine Nacht im Epizentrum des Maffay-Kults
Kennst du dieses Gefühl, wenn du die Augen schließt und schwören könntest, Peter steht direkt vor dir? Wenn diese Reibeisenstimme, die seit fünf Jahrzehnten durch deutsche Wohnzimmer und Stadien hallt, plötzlich so nah ist, dass du den Lederjacken-Spirit förmlich riechen kannst? Willkommen in der „Turbine“ in Gronau, direkt am Udo-Lindenberg-Platz – ein Ort, der vor Pop-Historie nur so strotzt und an diesem Abend zum heiligen Gral der Maffay-Jünger wurde.
Zwischen Erzgebirge und Starnberger See
Es ist eine verrückte Geschichte über fünf junge Männer aus dem sächsischen Erzgebirge. Obwohl ihre Heimat eher für Kunst aus Holz als für Rock in Stadien berühmt ist, lassen sie die Grenze zwischen Kopie und Original einfach verschwinden.

Steven Gärtner und seine Truppe sind keine gewöhnliche Coverband, die man für die Goldene Hochzeit der Tante bucht. Sie sind die „Maffay Show Band“, eine fest gefügte GbR, die Musik als ernsthaftes Handwerk und emotionale Mission versteht.
Das ist kein billiger Abklatsch, das ist ein „Ritterschlag“ mit Ansage. Stellt euch vor: Die Jungs durften nicht nur mit Peter die Bühne teilen, sondern haben sogar ein eigenes Album in seinem legendären „Red Rooster Studio“ aufgenommen. Also, wenn der Meister schon persönlich die Daumen drückt und von einer „Großfamilie“ spricht, dann weißt du: Hier brennt die Hütte mit offiziellem Segen.
Von „Eiszeit“ bis zur Tombola-Glückseligkeit
Punkt 20:00 Uhr. Das Licht geht aus, das Intro zu „Weil es euch gibt“ peitscht durch die Turbine. Und dann steht er da: Steven Gärtner. Mit einer Präzision, die fast schon unheimlich ist, trifft er dieses spezifische Timbre, diese Mischung aus erdiger Rock-Attitüde und zerbrechlicher Balladen-Tiefe. Der Fanclub, teilweise 600 Kilometer im Wohnmobil angereist, wirkt wie ein menschlicher Brandbeschleuniger für die Stimmung.

Die Setlist? Eine Reise durch 50 Jahre Musikgeschichte.
Im ersten Set fliegen uns „Schatten in die Haut“ und „Lover“ um die Ohren, bevor bei „Nessaja“ kollektive Gänsehaut einsetzt. Aber die Band zeigt auch Herz: In der Pause wird nicht einfach nur Bier getrunken, sondern Lose für die „Fundaţia Tabaluga“ verkauft. Die Jungs unterstützen seit Jahren Maffays Hilfsprojekte in Rumänien – das ist kein Marketing, das ist gelebte Überzeugung.
Das Finale: Über sieben Brücken musst du gehen
Nach der Pause wird es richtig wild. „Indianer“, „Gelobtes Land“ und natürlich der Klassiker schlechthin: „7 Brücken“. Die Band spielt alles zu 100 % live, ohne doppelten Boden, ohne Playback-Schummelei. Franz Günther, Marcel Vorberg, Elias Fischer und Marc Unger hauen einen Sound raus, der so fett ist, dass man ihn fast anfassen kann. Unterstützt von Gastsängerinnen wie Nanett Weiss und Celine Döschner entstanden Duette, die die Turbine in ein Stadion verwandelten.

Als gegen 22:10 Uhr mit „Halleluja“ und „Glaub an mich“ der Vorhang fiel, blieb ein Publikum zurück, das zwischen Ekstase und tiefer emotionaler Ergriffenheit schwankte.
Mein Fazit: Wer Maffay liebt, kommt an dieser Truppe nicht vorbei. Sie konservieren nicht nur Nostalgie, sie halten ein Lebensgefühl lebendig. Wer dieses Erlebnis selbst mal spüren will: Die Jungs ziehen weiter. Am 01.03.2026 rocken sie das Heimathaus in Twist. Hinfahren, Augen zu und genießen, der Rock ’n‘ Roll lebt!
Weitere Termine & Tickets findet hier bei meinem Werbepartner eventim.
Bilder vom Abend:





























