Rock im Venn 2026: 30 Jahre Die Bauern & All-Inclusive Abriss 

30 Jahre, 3 Akkorde und offene Zapfhähne: Der Freitag beim Rock im Venn 2026

Es gibt diese Festivals, bei denen du am Ende des Abends panisch deine Pfandmarken zusammenkratzt, um dir noch ein letztes, lauwarmes Wasser leisten zu können. Und dann gibt es das Rock im Venn auf dem Hof Weitenberg in Coesfeld. Portemonnaie im Handschuhfach lassen, reinkommen, Kopf ausschalten.

Die Crew vom Rock im Venn e.V. hat in diesem Jahr nämlich den Vogel komplett abgeschossen. Ein einzelner Tag Vollgas reichte offenbar nicht mehr, also mutiert das Gelände 2026 zum allerersten Mal zu einem zweitägigen Hexenkessel. Wer allerdings dachte, der Freitag wäre nur eine entspannte Runde zum Zeltaufbau mit Hintergrundmusik, hatte die Rechnung ohne das wohl fairste Festival-Konzept der Republik gemacht: All-Inclusive. Getränkeflatrate für Bier, Wasser, Softdrinks – und als absoluter Endgegner Pizza solange der Vorrat reichte. Auftanken, abfeiern und die Nackenmuskeln warmrotieren.

Wortgewaltiger Start: Literatur statt Lärm

Pünktlich um 18:00 Uhr startete das Festival, aber nicht mit einem fetten Gitarrenriff, sondern mit echten Worten. Dirk Bernemann betrat die Bühne. Der Schriftsteller und Journalist (gebürtig aus dem westlichen Münsterland) hat mit Werken wie »Ich hab die Unschuld kotzen sehen« oder seinen neueren Romanen »Kalk« (2024) und »Gromzell« (2026) längst Kultstatus.

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Dirk Bernemann liest beim Rock im Venn 2026

Statt gewohnter Töne gab es eine Lesung von Auszügen aus seinem demnächst erscheinenden Buch. Messerscharf, intensiv und teils zum Schmunzeln. Ein mutiger, extrem cooler Kontrast, bevor die Verstärker hochgedreht wurden.

The BGB’s & Rotten Flesh: Nackenmuskeln auf Betriebstemperatur

Um 18:45 Uhr war Schluss mit Stille. The BGB’s legten los und pusteten mit Tracks wie „Lets Drink“ (passender geht’s bei der Flatrate kaum) und „Audi 80“ den letzten Alltagsstaub aus den Gehörgängen. Feinste Live-Wucht.

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The BGB’s beim Rock im Venn 30 Jahre Die Bauern Jubiläum

Direkt danach wurde es brachial. Rotten Flesh übernahmen das Kommando. Wer sich bei der Setlist die Titel ansieht („Death Infected“, „Butchered Alive“, „Corpsefucker“), weiß genau, was hier los war. Knüppelharter Sound, der die ersten Moshpits aufwirbelte.

Glitzer, Schweiß und der Gott des Schlagers

Um 20:15 Uhr dann der absolute Stilbruch, der auf solchen DIY-Festivals einfach am besten funktioniert: Das Christian Steiffen Double enterte die Bühne. Der „Gott of Schlager“ ehrte das Venn erneut, und die Menge – dank der All-inclusive-Flatrate mittlerweile exzellent geölt – grölte die größten Hits aus voller Kehle dreistimmig mit: also laut, krumm und schief, aber mit Begeisterung.

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Christian Steiffen Double beim Rock im Venn 30 Jahre Die Bauern Jubiläum

Egal ob Punk, Metaller oder Dorfbewohner: Bei Steiffen liegen sich alle in den Armen.

Das Jubiläum der Eskalation: 30 Jahre Die Bauern

Der absolute Höhepunkt und Grund für den kollektiven Ausnahmezustand startete um 21:30 Uhr. Die Bauern feierten ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum! Wer diese Kult-Truppe kennt, weiß: Das wird kein braver Kaffeekranz. Die Jungs haben ihren eigenen Stil selbst perfekt auf den Punkt gebracht: „3 Akkorde, 30 Lieder – mehr können wir nicht.“ Aber ganz ehrlich? Mehr braucht an so einem Abend auch kein Mensch!

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Happy Birthday! Die Bauern beim Rock im Venn 30 Jahre Die Bauern Jubiläum

Dieser unheilige Mix aus Deutsch-Blues-Schlager-Punk riss den Hof Weitenberg komplett ab. Die Setlist war purer Wahnsinn: Von „Blues 2000“ über „PartyZone“ bis hin zu einer gigantischen Polonaise quer über den Platz. Bei „Homma Bier“ flogen die Becher, bei „Lass mich fliegen“ die Arme. Als Zugabe gab es dann den absoluten Kontrollverlust: „Bommerlunder“, „123 BIER“ und ein spontanes „Hüpfen“, bei dem der Boden vor der Bühne ordentlich vibrierte.

Mein Fazit zu Tag 1

Die Bauern haben ihr 30-jähriges Jubiläum genau so gefeiert, wie es sich gehört – laut, chaotisch und unfassbar ehrlich unter hunderten normalen Leuten. Ich muss jetzt erstmal die Akkus laden, denn heute um 10:30 Uhr geht es mit dem Bier-Yoga auf dem Camping-Ground direkt weiter. #staytuned!

Bilder vom Abend:

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