Kennst du das Gefühl, wenn ein lauer Abend einfach alles liefert, was das Kultur-Herz begehrt? Bombenwetter, kühle Drinks und dieses unbeschreibliche Open-Air-Feeling, der Dienstagabend beim Dülmener Sommer auf dem Schulhof der Hermann-Leeser-Schule war genau so ein Volltreffer. Wenn das NN Theater Köln anrollt und das Kulturteam zu „null Euro und draußen chillen“ ruft, ist Dülmen definitiv am Start.

Schon lange bevor die Sonne überhaupt ans Untergehen dachte, füllte sich der Platz mit einer herrlich entspannten Crowd. Während ich das Treiben mit einer eiskalten Cola in der Hand beobachtete und mir beim THW eine knackige Bratwurst sicherte, klirrte es beim Bürgerschützenverein nebenan schon im Akkord. Nix mit edlem Zapfhahn, hier war ehrliches Flaschen-Feeling angesagt! Die kühlen Drinks wanderten im Sekundentakt über die Theke und sorgten für die perfekte Betriebstemperatur im Publikum. Ganz ehrlich? Bei so einer genialen Basis konnte der Abend nur legendär werden.
Nicht der Onkel aus dem Märchenbuch – sondern der OG-Rebell
Punkt 21 Uhr hieß es dann: Bühne frei für TILL EULENSPIEGEL! Aber wer hier an den braven Witzbold aus Kinderzeiten dachte, lag gewaltig daneben. Das NN Theater Köln hat den Typen komplett neu erfunden: Verführer. Rebell. Spiegel der Gesellschaft und zwar völlig ohne Filter.

Das Stück katapultierte uns direkt ins düstere Mittelalter. Basierend auf der Kult-Figur von Hermann Bote (ja, schon 1510, Leute!) erlebten wir einen Till, der die Schnauze voll hat. Als sein Vater verraten und hingerichtet wird, ist Schluss mit lustig. Er legt sich mit dem System an, bricht mit den abgehobenen Kirchen-Oberen und zerlegt die grenzenlose Dummheit der Mächtigen.
Ein Ritt durch Sinn, Unsinn und krasse Wahrheiten
Was das vierköpfige Ensemble da auf die Bühne gezaubert hat, war pures Theater-Feuerwerk. Blitzschnelle Rollenwechsel, pure Spiellust und dazu die geniale Live-Musik von Raimund Gross, das hat uns alle einfach weggefegt.

Buch und Regie von Sonja Kling trafen exakt den Nerv: zwischen schlagfertigem Witz, schonungsloser Wahrheit und Momenten, in denen man vor Lachen fast vom Stuhl kippt. Und auch durch den Sucher meiner Sony betrachtet, gab’s ordentlich was auf die Augen: Die stimmige Bühne, die abgefahrenen Kostüme und das präzise Licht von Beppo Leichenich saßen auf den Punkt.
Mein lautes Fazit:
Ein knallbunter, lauter und verdammt kluger Abend, der am Ende nur eines bewies: Wer zuletzt lacht, hat nicht nur den längeren Atem, sondern auch den besseren Blick aufs Leben. Ein riesiges Dankeschön an das Kulturteam, die Schützen, das THW und natürlich das NN Theater, ihr habt diesen Open-Air-Abend zu einem echten Brett gemacht! Danke dafür.
Bilder vom Abend:





































