Kennst du dieses magische Kribbeln im Bauch, wenn das Licht auf der Bühne plötzlich gedimmt wird, das leise Summen der Verstärker durch die Menge zieht und du genau weißt: Gleich knallt es? Genau dieses Gefühl hing am 1. August zentimeterdick über dem THW-Gelände. Die Bühne stand, die Technik war verkabelt, und der Dülmener Sommer 2026 ist gestartet – und wie!
Ein Auftakt nach Maß (und mit ordentlich Flammkuchen)
Schon bei der Ankunft war klar: Dülmen hat richtig Bock. Die Fahrräder stapelten sich stilecht bei Perfekt Carwash, die Autos drüben bei Joy’n’us, und auf dem Gelände selbst herrschte dieses wunderbar entspannte Open-Air-Feeling. Das THW-Team rotierte auf der Catering-Meile und zauberte im Akkord duftenden Flammkuchen und Bratwurst über die Theke. Während sich die Menge das erste kühle Bier von den Bürgerschützen abholte, reichte mir ein eiskaltes Wasser völlig aus. Frisch aus dem Urlaub zurück, liebäugelte ich dennoch kurz mit einem Pilsener, denn die BRAUMANUFAKTUR BONEKAMP war ebenfalls mit einem Stand vor Ort.

Und das absolut Beste an der ganzen Nummer? Der Eintritt war komplett frei! Ein riesiges Dankeschön an das Kulturteam der Stadt Dülmen, das dieses Erlebnis für alle möglich gemacht hat.
Keine halben Sachen: BOSSTIME reißt die Hütte ab
Es gibt gefühlt tausende Tribute-Bands da draußen. Aber seien wir ehrlich: Viele klingen am Ende eher nach einer bemühten Karaoke-Runde. Und dann gibt es BOSSTIME. Wer den echten, schweißtreibenden und energiegeladenen Stadionrock von Bruce Springsteen feiert, der wurde hier gestern nicht nur abgeholt, sondern förmlich weggeblasen.
Als Frontmann Thomas Heinen, der den Posten des „Boss“ mit jeder Faser und jeder Silbe lebt, die ersten Töne von Ghosts anstimmte, war die Abrissstimmung bereits vorprogrammiert. Der stimmgewaltige, gebürtige Kölner spielt den Boss nicht nur, er atmet ihn. Zusammen mit dem unermüdlichen Schlagzeuger Daniel Krumbholz und Bassist Omar Ibrahim lieferte die Band ein musikalisches Fundament, das einem direkt die Gänsepelle auf die Arme trieb.

Gänsehautmomente und kollektives Grinsen Hier bei laut-geknipst jage ich ja genau diese Momente: Schweiß, fliegende Haare, pure Emotion auf und vor der Bühne. Und davon gab es reichlich! Moritz Schuster hauchte der Nacht mit seinen grandiosen Orgel- und Pianoklängen eine riesige Portion Seele ein, während Leadgitarrist Thomas Spindeldreher und Saxofonist Pierre de Stefano mit ihrem fetten Satzgesang den unverwechselbaren E-Street-Band-Vibe perfekt machten.
Die Setlist war ein absoluter Traum und eine mehrstündige Fahrt über die musikalischen Highways von New Jersey, mitten im Herzen des Münsterlandes. Von Because the Night über Hungry Heart bis hin zu Born in the U.S.A. jagte ein Kracher den nächsten. Bei Klassikern wie The River und Thunder Road hatte nicht nur ich Gänsehaut, sondern gefühlt das komplette THW-Gelände. Als dann gegen Ende Born to Run und das Solo zu No Surrender aus den Boxen donnerten, gab es wirklich kein Halten mehr. Da sangen auch die mit, die eigentlich nur für die Bratwurst gekommen waren.
Mein Fazit: Der Sommer kann kommen! Was für eine unbändige, mitreißende Live-Power, der sich wirklich niemand entziehen konnte! BOSSTIME hat dem „hardest workin‘ man in Rock ’n Roll Business“ ein unfassbar lebendiges Denkmal gesetzt und lautstark bewiesen, warum sie Europas gefragteste Bruce-Springsteen-Tribute-Band sind.




















