ROVAR

Wyld: ROVAR und Major Quartett rockten den Koppelsteen!

Das war wyld! Am Freitag, den 20.08.2021, sorgten die Bands Major Quartett und ROVAR für gute Stimmung bei Scheipers Gaststätte „An Koppel Steen“ im Dülmener Dernekamp. 

Was für ein Tag, was für eine tolle Location und was für eine impulsive Show mit einer grandiosen Zugabe, die vielen Gästen sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Bevor ich jedoch, zugegeben noch etwas leicht euphorisch, sämtliche Highlights des Abends verrate, gibt’s noch ein paar trockene Fakten:

Zugang zum Event gab es, wie inzwischen gewohnt, ausschließlich für „3G-Gäste“. Also getestet, geimpft oder genesen. Die Tickets konnten problemlos über die neue Homepage der Gaststätte oder an der Abendkasse geordert werden. Zugang erhielt man jedoch nur nach Vorlage eines gültigen negativen Coronatest, mit dem Nachweis einer Genesung oder einer vollständigen Impfung. Frei nach dem Motto „Savety first“. Dafür konnten auf dem Partygelände die Masken fallen.

Apropos fallen, umwerfend fand ich die Location, bzw. das was Martin Borgmann von der MP Veranstaltungstechnik GmbH für die Gaststätte auf die Beine gestellt hat. Rausgekommen ist ein richtig schöner Ort zum feiern. Richtig schön und vor allem laut wurde es für die ca. 120-200 Gäste ab 19:15 Uhr, als die Band Major Quartett aus Essen auf die Bühne stürmte.

Major Quartett
Major Quartett

Major Quartett das ist Fusion/Jazz Rock aus Essen

Vor der Show hatte ich kurz die Möglichkeit mich mit den Jungs aus Essen und Bochum über ihre Musik zu quatschen. Ich muss zugeben, dass mir bis zu dem Abend der Begriff „Fusion Rock“ nicht wirklich geläufig war. Dabei entstand dieser Musikstil bereits in den 60er Jahren, ups.. Fusion Rock verbindet sozusagen die Raffinesse des Jazz mit der rhythmischen Intensität des Funk und der Kraft der Rockmusik.

Das nächste Fettnäpfchen erwartete mich bei der Frage, woher sich die Jungs denn die Inspiration für die Songtexte herholen. Naja, konnte man ja nicht ahnen, dass sie ausschließlich instrumentale Stücke präsentieren. Die Band nahm es zum Glück mit Humor und plauderte etwas aus dem Nähkästchen. So entstand zum Beispiel der Song „Gecko Eggs“ aus einem Missgeschick, bei dem der Gitarrist der Band versehentlich ein Gecko-Ei zerdrückte. Seitdem wird auf jedem Konzert eine kurze Gedenkminute für den verstorbenen Gecko gehalten.

Major Quartett tourt übrigens inzwischen seit knapp 4 Jahren immer mal wieder durch den Ruhrpott und das Münsterland. Durch ihre intensive Riffs und die teils herausstechende Orgel wird das Publikum dazu verleitet und eingeladen die Gedanken baumeln zu lassen. Also ein echter Geheimtipp für einen entspannten Abend!

ROVAR lässt den Koppelsteen wackeln!

1966 benötigte man noch die Bundeswehr und zwei Panzer, um den Koppelsteen aus dem moorigen Bett zu befreien. An diesem Abend reichte der mehr als dynamische Auftritt von ROVAR dafür vollkommen aus. Das ROVAR nicht zum Spaß im Dernekamp war, zeigten die Jungs eindrucksvoll ab der ersten Sekunde. Zum Glück hatte ich vor der Kernschmelze des Trios noch die Gelegenheit ein paar Fragen loszuwerden:

Wenn mich jemand fragt, was ROVAR ausmacht oder wie ich euch beschreiben würde, denke ich immer direkt an euren Sound. Ohne es abwerten zu wollen antworte ich meistens mit: „Das sind die Jungs mit den krassen Woodstock-Sound!“ Woher kommen diese Einflüsse, welche Band oder welche Musiker inspirieren euch besonders und warum?

ROVAR: Wir wurden definitiv von Deep Purple beeinflusst und inspiriert. Schon zu Kindertagen hörten wir durch unsere Eltern stets die Musik von Deep Purple, das scheint also eine frühkindliche Prägung gewesen zu sein. Die übrigens auch durch unsere Eltern & Großeltern ausgiebig gefördert und unterstützt wurde. Sie ermöglichten uns die Musikschule, nahmen uns teils auf ihre Coverband-Touren mit oder spielten uns etwas auf der Mundharmonika vor.

ROVAR
ROVAR, Paul am Bass
Wie sieht euer kreativer Prozess aus, wenn ihr neue Musik/Songs schreibt bzw. komponiert?!

ROVAR: Das ist absolutes Teamwork. Jeder sammelt oder hat mal Ideen auf Lager, die er mit zur Probe nimmt. Diese werden dann meist alle aufgegriffen, ausprobiert, verändert oder auch mal verworfen. Nicht selten entstehen Songs auch einfach nur beim „jammen“. Wir spielen eins, zwei Stunden gemeinsam und versuchen uns dann die Parts, die uns besonders gefallen haben zu merken. Wenn die Musik steht folgt der Text, auch hier sammeln wir unsere gemeinsame Ideen. Wir versuchen jedoch auch immer mal wieder erst den Songtext zu schreiben und jammen dann dazu. Das sollten wir eigentlich öfters mal machen, meinte Gitarrist und Sänger Luca im Anschluss.

Ich bin ja ein absoluter Fan von eurem Song „Don´t Look Back“, den ich besonders gern zum Feierabend auf dem Heimweg höre. Er weckt in mir das Gefühl mehr nach vorne zu blicken und den Ballast zurückzulassen. Welche Story steckt eigentlich hinter dem Song, bzw. welches Gefühl wolltet ihr mit dem Track eigentlich vermitteln?

ROVAR: Hey cool, das hast du schon ganz gut interpretiert, das Gefühl passt. Der Song entstand in einer Zeit, in der wir uns bewusst für den Weg zur Musik entschieden haben. Zu dem Zeitpunkt stießen wir unter anderem auf verschiedene Lebenswege, uns wurde klar, dass wir etwas zurücklassen müssen, wenn wir zielstrebig nach vorne Blicken. Don´t Look Back ist übrigens auch einer dieser Songs, die wir gemeinsam geschrieben haben.

ROVAR
ROVAR, Bennet an den Drums
Was war der beste Ratschlag, den euch ein Musiker je gegeben hat?

ROVAR: Der kam von Frank Zappa. In einem Interview sagte er einmal „Don´t stop an keep going“, der Spruch kam in dem Interview so cool und lässig rüber, dass er in Erinnerung blieb. Ein weiterer Tipp, stammt von der Band Fjørt. Wenn man z.B. sein Album zusammenstellt möchte man dies meistens so perfekt möglich, statt sich zu stressen, sollte man aber auch die Kunst beherrschen, einmal fünf gerade sein zu lassen. Den Ratschlag haben wir uns besonders für unser bald erscheinendes Album zu Herzen genommen.

Der geilste Gig, den ihr je gespielt habt, war in oder mit wem?!

ROVAR: Hui, da gab es ein paar! Der Gig im Skaters Palace Münster mit der Band Zodiac oder bei RARE GUITAR mit Nightstalker sind auf jeden Fall ganz oben mit dabei. Die Stimmung war fantastisch, jeder wollte einfach nur Party machen. An einem eher spontanen Auftritt in Gronau erinnern wir uns auch immer mal wieder mit einem Lächeln im Gesicht. Die Leute kannten überraschenderweise unseren ersten Song „On My Track“, den sie lautstark mitsangen währenddessen sie sich Shirts vom Leib gerissen haben. Das war schon etwas skurril.

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ROVAR, Luca Gitarre und Stimme
Eure neue Single „Thirst“ findet man ja inzwischen auf jeder Streaming-Plattform, wann können Fans mit dem neuen Album rechnen?!

ROVAR: Wir hoffen sehr, dass wir das neue Album zum Ende des Jahres oder spätestens Anfang 2022 veröffentlichen können. Neben der Veröffentlichung auf Spotify, Apple Music usw. möchten wir unsere Songs auch gerne auf Vinyl pressen, das wäre schon geil.

Das beste kommt zum Schluss..

Auf das neue Album wird man sich also leider noch etwas gedulden müssen, doch Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Mit den neuen Songs „Thirst“ und „Black Leaves“ haben ROVAR am Freitagabend jedoch bewiesen, dass sich das Warten lohnen wird. Man merkte richtig, wie heiß und „durstig“ ROVAR auf jede weitere Show ist. Die Umstände rund um Corona haben die Band jedenfalls nur enger zusammengeschweißt und das konnte man definitiv hören und sehen.

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ROVAR, Gast singt bei der Zugabe spontan den Song „Burn“ von Deep Purple!

Gast überraschte mit Screams bei der Zugabe

Auch auf dem Konzert gab es zum Schluss noch eine Überraschung, so jammten ROVAR gemeinsam mit Major Quartett und einem Gast aus dem Publikum spontan den Song „Burn“ von Deep Purple. Ich hab selten so geile „Screams“ gehört, dass zur Zugabe jeder Gast auf den Beinen stand und jubelte. Das und die gesamte Show war einfach nur kurz: Awesome!

Hey ROVAR, don´t stop & keep going, ihr habt den Groove nicht nur gefressen, ihr seid mit euren „Vintage-Vibes“ der perfekte Neurotransmitter für gute Laune & Party! Danke dafür! 

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